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Wurzeln – Bande – Flügel: Familie als Ort der Sozialisation, Kontrolle und Emanzipation
Queer zur Norm: Leben jenseits einer schwulen oder lesbischen Identität
Konformitäten und Konfrontationen: Homosexuelle in der DDR
Ebook series11 titles

Edition Waldschlösschen

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About this series

Der Wille zur Geschlechtsumwandlung ist gesellschaftliche Realität. Wer der Überzeugung ist, im falschen Körper geboren zu sein, will das Problem lösen und weiß, wie das geht. Mediziner wie Patienten bewerten das als Fortschritt. Aber woher rührt diese Einigkeit? Wie ist es dazu gekommen, dass Ärzte heute Transsexuellen ihre Hilfe auf dem Weg zum 'richtigen Geschlecht' anbieten?

Ende des 19. Jahrhunderts waren sich Psychiater auf ganz andere Weise einig: der Wunsch, das andere Geschlecht zu sein, wurde als Wahnvorstellung oder Paranoia bewertet. Erst als Wünsche nach einem Geschlechtswechsel ansatzweise realisierbar waren, geriet dieses Konstrukt ins Wanken. Es folgte eine Zeit des medizinischen Experimentierens. Nicht eine eindeutige Diagnose, so die These dieses Buchs, führte zur richtigen Therapie, sondern die Eigendynamik der Therapiemöglichkeiten, die Wünsche der Patienten und die Interessen der Medizin, führten in einem Wechselspiel von Erforschen und Behandeln zur Konstruktion der Diagnose "transsexuell".

Zum einen legt Weiß die Wurzeln der intuitiven Selbstdiagnose "Transsexualität" offen, zum anderen rückt er die Suche nach den Ursachen der Transsexualität in den Mittelpunkt der Analyse: Diese Suche nach angeborenen oder frühkindlichen Ursachen stellte eine notwendige Strategie zur Legitimation der medizinischen Geschlechtsumwandlung dar, von Eingriffen, die in einer Gesellschaft als adäquat und fortschrittlich gelten, die nur das Entweder-oder akzeptiert: männlich oder weiblich.
LanguageDeutsch
Release dateApr 1, 2017
Wurzeln – Bande – Flügel: Familie als Ort der Sozialisation, Kontrolle und Emanzipation
Queer zur Norm: Leben jenseits einer schwulen oder lesbischen Identität
Konformitäten und Konfrontationen: Homosexuelle in der DDR

Titles in the series (11)

  • Konformitäten und Konfrontationen: Homosexuelle in der DDR

    14

    Konformitäten und Konfrontationen: Homosexuelle in der DDR
    Konformitäten und Konfrontationen: Homosexuelle in der DDR

    Schwule und Lesben in der DDR waren von Beginn an mit einer liberaleren Gesetzgebung konfrontiert als ihre Brüder und Schwestern in der BRD. Bedrohlich war ihre Lage dennoch, eine öffentliche Debatte über ihre Situation oder eigene Organisationen blieben lange unerwünscht. Und doch regten sich schon früh und vereinzelt Fürsprecher der sexuellen Minderheiten, entwickelten sich trotz eines enormen Anpassungsdrucks innerhalb einer uniformen Gesellschaft schon vor dem Aufbruch in den 1980er Jahren eigene Handlungsspielräume. Im Zentrum dieses Bands stehen die Erfahrungen und Rückwirkungen schwuler Selbstbehauptung in den 1970er und 1980er Jahren: Abgerundet wird er durch Rückblenden in die 1950er und 1960er Jahre sowie durch Betrachtungen über dieses abgeschlossene Kapitel der Geschichte aus heutiger Perspektive.

  • Wurzeln – Bande – Flügel: Familie als Ort der Sozialisation, Kontrolle und Emanzipation

    19

    Wurzeln – Bande – Flügel: Familie als Ort der Sozialisation, Kontrolle und Emanzipation
    Wurzeln – Bande – Flügel: Familie als Ort der Sozialisation, Kontrolle und Emanzipation

    Queere Aktivist*innen haben jahrzehntelang intensiv über und für die Aneignung und Neudefinition des Konzepts der Familie gestritten. Die queere "Normalität" steht inzwischen für lange gewachsene eigene Wohn- und Lebensformen, Wahlverwandtschaften sowie vielfältige Regenbogenfamilien und Beziehungsmodelle. Damit ist die queere Emanzipationsgeschichte aber nicht auserzählt, sondern sie steht vor neuen Fragen und Herausforderungen: Ist die Regenbogenfamilie zunehmend eine heteronormativ geformte Vorstellung "richtiger" queerer Familien? Wo bleibt die Erinnerung an die Leistungen der Aktivist*innen, die in der Aids-Krise alles taten, um den Erkrankten zur Seite zu stehen? Was ist mit trans* Eltern und ihrem Recht auf eine gute Gesundheitsversorgung? Wie organisieren Menschen Sorgearbeit, die in nichtmonogamen Beziehungsnetzwerken leben? Vor welchen Herausforderungen stehen junge LSBTIQ* heute? Und ist die Erzählung von der Community als großer Familie real oder muss sie ein Wunschtraum bleiben? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die neun Beiträge dieses Sammelbands Inhalt Einleitung Christine M. Klapeer: Zwischen homonormativem Familialismus, queeren Verwandtschaftsutopien und "glücklichen" Regenbogenfamilien. Ambivalenzen der Anerkennung (nicht nur in Zeiten von COVID-19) Dirk Ludigs: Are we Family? Simon Schultz: Family of Kink – Die Wahlfamilie der Perversen Martin Reichert: Vier Beerdigungen und eine Hochzeit Michel Raab: Wer kümmert sich in der Poly-Familie? Und wieso ist das wichtig? Benno Gammerl: Schwule Väter und lesbische Mütter vor der Erfindung der Regenbogenfamilie Claudia Krell: Erfahrungen von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und queeren Jugendlichen in ihrem familiären Umfeld Sascha Rewald: Eltern werden ist oft ziemlich schwer – für trans* Menschen. Eltern sein übrigens auch. Über die rechtlichen Probleme von trans* Eltern. Jennifer Stoll: Von Repronormativität zu reproduktiver Gerechtigkeit: Überlegungen zu den (Un)Möglichkeiten, jenseits cisnormativer Modelle Eltern zu werden

  • Queer zur Norm: Leben jenseits einer schwulen oder lesbischen Identität

    Queer zur Norm: Leben jenseits einer schwulen oder lesbischen Identität
    Queer zur Norm: Leben jenseits einer schwulen oder lesbischen Identität

    Schwullesbische Emanzipationsbewegungen haben in ihren Anfangsjahren die Identitätszuschreibungen durch Wissenschaft und Common Sense aufgegriffen und in ihrem Sinn positiv gewendet. Dieser selbstbewusste Akt kann sich jedoch als Falle erweisen, indem er solche Ausgrenzungen bestätigt und selbst andere Personengruppen ausgrenzt. In diesem Band geht es um einen Begriff von Emanzipation, der mehr bedeutet als das Nebeneinander abgezirkelter Identitäten: um die subversiven Möglichkeiten queerer Lebensentwürfe zwischen den Geschlechtern und um Sexualitäten, die Vielfalt und Durchlässigkeit als ständige Aufgabe und Möglichkeit begreifen.

  • Rosa Radikale: Die Schwulenbewegung der 1970er Jahre

    Rosa Radikale: Die Schwulenbewegung der 1970er Jahre
    Rosa Radikale: Die Schwulenbewegung der 1970er Jahre

    Das Jahrzehnt begann mit Rosa v. Praunheims Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers.". Es endete mit "Homolulu", einem Polit-Festival voll hochfliegender Hoffnungen in Frankfurt, und einem politischen Skandal in Bonn: Vor der Bundestagswahl stellten sich die Parteien einer Diskussion mit Schwulen und Lesben – doch die "Fundis" verdarben den "Realos" ihren Erfolg und sprengten die Veranstaltung. Der zweite Band zur Geschichte der Homosexuellen in Deutschland vergegenwärtigt ein aktionsgeladenes Jahrzehnt der westdeutschen Schwulenbewegung: Sie kämpfte für eine Befreiung der Sexualität in einer befreiten Gesellschaft, für ein neues, solidarisches Miteinander und provozierte die "spießige Öffentlichkeit". Während die politische Radikalität dieses Aufbruchs in Zeiten einer bürgerrechtlich ausgerichteten Homobewegung eher kritisch gesehen wird, werden die Zusammenhänge zwischen dem Erbe der "Bewegungsschwestern" und heutigen fortschrittlichen Ansätzen ausgelotet und aus der Perspektive einer Queer-Politik neu gewichtet.

  • Homosexualität verstehen: Kritische Konzepte für die psychologische und pädagogische Praxis

    Homosexualität verstehen: Kritische Konzepte für die psychologische und pädagogische Praxis
    Homosexualität verstehen: Kritische Konzepte für die psychologische und pädagogische Praxis

    Die Gleichberechtigung verschiedener sexueller Orientierungen ist inzwischen anerkanntes Ziel psychologischen und pädagogischen Bemühens, dennoch hinkt die Umsetzung hinterher. Homosexualität gilt weiterhin als 'heißes Eisen', an dem sich PsychotherapeutInnen und LehrerInnen oft genug die Finger verbrennen. Versuche der Pathologisierung und Heilung der Homosexualität sind weitgehend überwunden, in der psychologischen und pädagogischen Praxis werden Schwule und Lesben zunehmend als Menschen ernst genommen, die anhaltende Hegemonie einer normativen Heterosexualität wird längst kritisiert. Die Toleranz einer 'emanzipatorischen' Psychologie und Pädagogik begnügt sich jedoch oft damit, neue Schubladen in Form einer schwulen oder lesbischen Identität anzubieten. Damit bestätigt sie einerseits die Dichotomie von 'normaler' Hetero- und 'abweichender' Homosexualität. Andererseits schreibt sie Strukturen fest, in denen Uneindeutigkeiten und fließenden Übergänge, 'schwule Mädchen' oder Transgender keinen Platz haben. Mit dieser Problematik beschäftigt sich das vorliegende Buch und fordert eine Öffnung der Pädagogik und Psychologie, um den Spielraum für eine freie Entwicklung zu weiten. Als Einführung in die psychologische, pädagogische und politische Praxis richten sich die Beiträge dieses Buchs vor allem an LehrerInnen, MitarbeiterInnen in der außerschulischen Jugendarbeit, SozialpädagogInnen oder PsychotherapeutInnen. Sie bieten einen historischen Rückblick, eine Darstellung und Kritik gegenwärtiger emanzipatorischer Ansätze und diskutieren aus dem Kontext der Queer Theory methodische Anregungen für eine zeitgemäße Neuorientierung. Der Kulturwissenschaftler Lüder Tietz thematisiert die Psychiatrisierung der männlichen Homosexualität im 19. Jahrhundert und diskutiert deren noch heute andauernde Folgen. Zudem zeigt er Paradoxien der schwulen- und lesbenakzeptierenden Beratung und Therapie. Der Sexualpädagoge Stefan Timmermanns stellt die schwul-lesbische Aufklärungsarbeit an Schulen vor und evaluiert diese anhand eigener Untersuchungen. Die Sexualpädagogin Elisabeth Tuider schlägt aufgrund aktueller Diskussionen um Geschlecht, Sexualität und Kultur eine 'Verqueerung' der Sexualpädagogik vor. Ein Anhang enthält exemplarische Methoden für eine schwul-lesbisch-queere Pädagogik und Psychologie.

  • Schwule Spiritualität, Sexualität und Sinnlichkeit

    Schwule Spiritualität, Sexualität und Sinnlichkeit
    Schwule Spiritualität, Sexualität und Sinnlichkeit

    Hier die Lust nach Sex, Rausch und Konsum, da die Suche nach dem Sinn und den wahren Inhalten des Lebens: Muss man sich für eines von beiden entscheiden? Kann man diese Trennung überwinden? Das Interesse vieler Schwuler an religiösen und spirituellen Themen wächst. Viele von ihnen versuchen, ihre schwule Wirklichkeit - Sinnlichkeit, Ekstase und Sexualität - auf ihrem Weg zu einer eigenen Spiritualität zu integrieren. Mit Beiträgen von Peter Bürger, Nils Christiansen, Max Dammann, Stefan Etgeton, Götz Fabry, Hans-Peter Hauschild, Holger Kohlhoff, Schwester Vulcana S.P.I., Michael T. Wright

  • Homosexualität und Islam: Koran. Islamische Länder. Situation in Deutschland

    Homosexualität und Islam: Koran. Islamische Länder. Situation in Deutschland
    Homosexualität und Islam: Koran. Islamische Länder. Situation in Deutschland

    Junge Männer türkischer/kurdischer Herkunft werden in Deutschland nach wie vor als fremdländisch angesehen, kennen aber die Türkei oft nur noch als Urlaubsland. Auf dieses Situation reagieren sie mit Überanpassung, Überbetonung der nationalen Herkunft oder eine souveräne Haltung des "Die Deutschen wollen mich nicht, zu den Türken gehöre ich nicht: Ich mach mein eigenes Ding". Schwule Männer und Jugendliche aus muslimischen Migrantenfamilien stecken zudem in einem doppelten Dilemma: In der Schwulenszene gelten sie oft genug als Exoten, als Fremde, auf jeden Fall gehören sie nur selten zum Alltag in der Gay Community. Für ihre besondere Situationen als Migranten mit türkischem, arabischem und iranischem Hintergrund interessieren sich deutsche Schwule aber nur selten. Von ihrer Herkunftsfamilie und -gemeinschaft werden sie wegen ihrer sexuellen Orientierung zumeist ausgegrenzt, wenn diese überhaupt davon erfahren darf. Und wie stehen sie in ihren Cliquen, unter ihren gleichaltrigen Freunden da? Das vorliegende Buch will das Bewusstsein für die besondere Situation schwuler Männer aus muslimischen Migrantenfamilien in Deutschland schärfen und Anstöße für eine Diskussion liefern. Es gibt einen Überblick über die Lage in einigen Kernländern des Islam, einen Einblick in die Arbeit schwullesbischer MigrantInnen-Gruppen aus der Türkei und eröffnet einen schwulen Blick auf den Koran. Aus dem Inhalt: Renate Dieterich: Zum Verhältnis von Staat und Religion in der Türkei und im Iran Andreas Ismail Mohr: Das Volk Lots und die Jünglinge des Paradieses. Zur Homosexualität in der Religion des Islam Michael Bochow: Sex unter Männern oder schwuler Sex. Zur sozialen Konstruktion von Männlichkeit unter türkisch-, kurdisch- und arabischstämmigen Migranten in Deutschland. Ali Mahdjoubi: Homosexualität in islamischen Ländern am Beispiel Iran. Abdurrahman Mercan: Lebensstile und Selbstorganisation von muslimischen Homosexuellen in Deutschland

  • Ich wollte es so normal wie andere auch: Walter Guttmann erzählt sein Leben

    Ich wollte es so normal wie andere auch: Walter Guttmann erzählt sein Leben
    Ich wollte es so normal wie andere auch: Walter Guttmann erzählt sein Leben

    Walter Guttmann wurde 1928 in Duisburg geboren, die Mutter starb 1937 an Krebs, der Vater 1938 nach seiner Entlassung aus dem KZ Sachsenhausen. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder gelangte Guttmann zu einer jüdischen Familie in den Niederlanden, wurde 1943 in das niederländische KZ Westerbork deportiert, im Februar 1944 nach Bergen-Belsen überstellt. Sein jüngerer Bruder wurde aus den Niederlanden nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. 1945 kehrte er zunächst in die Niederlande zurück, schloss sich der zionistischen Jugendbewegung an und ging 1959 nach Israel. Heute lebt er in einem niederländisch-israelischen Altenheims in der Nähe Tel Avivs. Guttmann erzählt seine Lebensgeschichte als Patchwork-Existenz: jüdisch, deutsch, niederländisch und israelisch. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der dieser Lebensgeschichte etwas Besonderes verleiht: Walter Guttmann ist schwul und hat schon vor seiner Deportation ins KZ Westerborg und auch im Lager homosexuelle Kontakte gehabt. Walter Guttmann wurde nicht deshalb verfolgt, ist kein "homosexueller Überlebender", aber ein jüdischer Überlebender, der am Ende zu einer Minderheit homosexueller Männer im dritten Lebensalter gehört, die gegenüber ihrem heterosexuellen Umfeld eine gewisse Offenheit erreicht haben. Walter Guttmann starb 2014.

  • Ohnmacht und Aufbegehren: Homosexuelle Männer in der frühen Bundesrepublik

    Ohnmacht und Aufbegehren: Homosexuelle Männer in der frühen Bundesrepublik
    Ohnmacht und Aufbegehren: Homosexuelle Männer in der frühen Bundesrepublik

    Verfolgung, Diskriminierung und Entrechtung - auch nach dem Ende des Nationalsozialismus prägte dies den Alltag homosexueller Männer. Gleichzeitig suchten sie sich auch schon in der frühen Bundesrepublik dagegen zu wehren. Trotz der übermächtigen Allianz aus Staat und Kirche stritten sie für gesellschaftliche Anerkennung. Das Buch präsentiert neue Studien zum Schicksal Homosexueller nach dem Ende der NS-Zeit, zur Homophilenbewegung der 1950er bis hin zum Generationskonflikt am Ende der 1960er Jahre. Es wirft damit die überraschende Frage auf, ob nicht auch schon zu Beginn der 1950er Jahre eine "Bewegung" existiert hat, die in späteren Jahren wieder erstickt wurde.

  • "... mit ärztlicher Hilfe zum richtigen Geschlecht?": Zur Kritik der medizinischen Konstruktion der Transsexualität

    "... mit ärztlicher Hilfe zum richtigen Geschlecht?": Zur Kritik der medizinischen Konstruktion der Transsexualität
    "... mit ärztlicher Hilfe zum richtigen Geschlecht?": Zur Kritik der medizinischen Konstruktion der Transsexualität

    Der Wille zur Geschlechtsumwandlung ist gesellschaftliche Realität. Wer der Überzeugung ist, im falschen Körper geboren zu sein, will das Problem lösen und weiß, wie das geht. Mediziner wie Patienten bewerten das als Fortschritt. Aber woher rührt diese Einigkeit? Wie ist es dazu gekommen, dass Ärzte heute Transsexuellen ihre Hilfe auf dem Weg zum 'richtigen Geschlecht' anbieten? Ende des 19. Jahrhunderts waren sich Psychiater auf ganz andere Weise einig: der Wunsch, das andere Geschlecht zu sein, wurde als Wahnvorstellung oder Paranoia bewertet. Erst als Wünsche nach einem Geschlechtswechsel ansatzweise realisierbar waren, geriet dieses Konstrukt ins Wanken. Es folgte eine Zeit des medizinischen Experimentierens. Nicht eine eindeutige Diagnose, so die These dieses Buchs, führte zur richtigen Therapie, sondern die Eigendynamik der Therapiemöglichkeiten, die Wünsche der Patienten und die Interessen der Medizin, führten in einem Wechselspiel von Erforschen und Behandeln zur Konstruktion der Diagnose "transsexuell". Zum einen legt Weiß die Wurzeln der intuitiven Selbstdiagnose "Transsexualität" offen, zum anderen rückt er die Suche nach den Ursachen der Transsexualität in den Mittelpunkt der Analyse: Diese Suche nach angeborenen oder frühkindlichen Ursachen stellte eine notwendige Strategie zur Legitimation der medizinischen Geschlechtsumwandlung dar, von Eingriffen, die in einer Gesellschaft als adäquat und fortschrittlich gelten, die nur das Entweder-oder akzeptiert: männlich oder weiblich.

  • Ich bin doch schwul und will es bleiben: Schwule im dritten Lebensalter

    Ich bin doch schwul und will es bleiben: Schwule im dritten Lebensalter
    Ich bin doch schwul und will es bleiben: Schwule im dritten Lebensalter

    Alt und (doch nicht) allein? – Wie leben schwule Männer im Alter heute? Einer ist Jahrgang 1925, hatte schon in frühester Jugend homosexuelle Kontakte und blickt zufrieden auf ein erfülltes Leben zurück. Einsam ist er auch im Alter nicht. Ein Anderer dagegen war lange verheiratet, entdeckt seine Homosexualität erst mit sechzig und versteckt sie gegenüber seiner Familie und den Freunden. Wie soll er Kraft aus einer Gemeinschaft schöpfen, die ihn trägt? Ob Schwule Angst vorm Alter haben, ob sie im "dritten" Lebensalter einsam und versteckt leben, ob sie ein soziales Netz, Freunde und Kontakt zur "Szene" haben, hängt von vielen Bedingungen ab. Wovon und auf welche Weise sich ihre zu einem erheblichen Teil schwierige Situation verbessern ließe, hat der Berliner Soziologe Michael Bochow im Auftrag des Schwulen Forums Niedersachsen untersucht. 33 schwule Männer, die 55 Jahre alt und älter sind, hat er für seine Studie interviewt. Die Ergebnisse werden in Form einzelner, gut lesbarer und oft auch anrührender Lebensgeschichten präsentiert und einer Analyse unterzogen. Um den Blick nicht zu verengen, hat Bochow zum Vergleich auch einige deutlich jüngere Männer nach ihrer Lebenssituation befragt. Am Ende formuliert er die Anforderungen, die sich daraus ergeben: an die Schwulen selbst und ihre Community, an die Sozialpolitik und an die ganze Gesellschaft.

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