Falstaff Magazin Österreich

»ICH VERHUNGERE BEI LUNCH UND DINNER«

ichard Strauss liebte die Natur, vor allem die Berge hatten es ihm angetan. Schon als Kind verbrachte er jeden Sommer mit seinen Eltern im kleinen Luftkurort Marquartstein am Fuße der Chiemgauer Alpen. Dort war der Bub glücklich und das Wandern wurde bald zu seiner Passion. »Die Inspiration kommt oft, wenn ich am Gipfel eines Berges stehe«, schrieb er in eines seiner unzähligen Skizzenbücher. Umgeben von Bergen und Seen, Wiesen und Wäldern sprudelten die Noten nur so aus ihm heraus – ein Leben lang. So auch eines seiner berühmtesten Werke, »Also sprach Zarathustra«. Es entstand im Jahr 1896 während eines Aufenthalts in den Chiemgauer Bergen. Seine »Alpensinfonie« verdankte Strauss einer abenteuerlichen Partie auf den Heimgarten, einem Berg in den bayerischen Voralpen. Noch in der Dunkelheit war der vierzehnjährige Richard mit einem Freund aufgebrochen. »Sodann stiegen wir bei Laternenschein in stockfinsterer Nacht auf und kamen nach fünfstündigem Marsche am Gipfel an. Dort hatte man eine herrliche Aussicht«, schrieb er einem Freund. Der Abstieg dann allerdings nicht so wie geplant. Die beiden Burschen verliefen sich und mussten »in der Mittagshitze ohne Weg herumklettern«. Damit nicht genug, wurden sie wenig später auch »von einem furchtbaren Sturm überfallen, der Bäume entwurzelt und uns Steine ins Gesicht warf«. Erst nach zwölf Stunden kamen sie »ermüdet, durchnässt bis auf die Haut« endlich wieder zu Hause an. Doch so groß die Erschöpfung auch gewesen sein mag, sie hat den jungen Musiker nicht davon abgehalten, bereits am nächsten Tag »die ganze Partie auf dem Klavier darzustellen«. Er selbst hielt diese »riesige Tonmalerei« allerdings für »einen Schmarrn« und brachte sie deshalb erst gar nicht zu Papier. Doch die Idee, »die ewige, herrliche Natur« musikalisch darzustellen, begleitete Strauss über 30 Jahre lang. Im Mai 1911 besann sich der Komponist wieder seines Projekts und begann, die ersten Noten der »Alpensinfonie« niederzuschreiben. Vier Jahre später dirigierte er erstmals sein klanggewaltiges Werk in Berlin.

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