EULENSPIEGEL, Das Satiremagazin

Nach dem großen Zuckers chock

Ich war schon immer für die Outlaws, allerdings zu feige, selber einer zu sein. In den Schulpausen hing ich gern in der süßen Ecke ab bei den Zuckeressern. Also, wenn wir ausnahmsweise mal Präsenzunterricht hatten. Zucker war da noch legal, allenfalls verpönt. Klar boten mir die anderen immer mal einen Würfel an oder ein Tütchen. Das knisterte so herrlich zwischen den Fingern. Abartig waren nur die Schockbilder von verfetteten, herzkranken Opfern. Probiert habe ich puren Zucker drei, vier Mal. Aber mir war das einfach nix, so klebrig, zu zuckrig eben.

Reinen Zucker zogen sich nur die ganz Harten rein.

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