Beat German

Beats mit Vinyl

Wie bei vielen DJs wirbelte die Pandemie den Terminkalender von Eris Drew ordentlich durcheinander. Kurz zuvor war dieser erst auf fast hundert Gigs weltweit angewachsen. So traf Drew die mutige Entscheidung, ihre Heimatstadt Chicago gegen eine abgelegene Waldhütte in New Hampshire einzutauschen, um mit ihrer Produktions-und Labelpartnerin Octo Octa (Maya Bouldry-Morrison) zusammen zu leben. Dort begann sie mit der Arbeit an ihrem Debütalbum „Quivering In Time“. Drews erste Sologehversuche sind ihren DJSets gar nicht so unähnlich, bietet es doch schnelle, perkussion-lastige Dancefloor-Tracks, die eine fröhliche Partystimmung versprühen. Ihre Stücke basieren auf Vinyl-Samples, zu denen Drew Kicks, Scratches, Gesangssamples, handgespielte Keyboardriffs und Percussion-Elemente hinzufügt, um die gemeinschaftliche Euphorie einer Clubszene zu erzeugen, die nun so langsam auch wieder erwacht.

Beat / Erzähl uns von deinem Umzug von Chicago nach New Hampshire an der US-Ostküste …

Eris / Die offizielle Geschichte ist, dass ich mich verliebt habe und hierher ziehen wollte. Aber es gibt auch eine spirituelle Seite, da ich jahrelang davon geträumt habe, ein Leben zu führen, das es mir ermöglicht, in der Natur sein und Musik machen zu können, ohne dadurch die Verbindung zu Städten und dem DJing aufzugeben. Als Mädchen aus Chicago erschien mir der Umzug so irrational, weil die Musik, die ich mache, so mit der Stadt verbunden ist. Das Weggehen erschien mir auch angesichts meines Alters etwas abwegig, aber ich verliebte mich eben in Maya, die hier aufwuchs und landete so im ländlichen New Hampshire in einer Blockhütte. Wenn ich jetzt aus dem Fenster schaue, sehe ich nur Wald.

Ich wollte ein Album machen, das programmiert und hyperarrangiert ist und ich denke, es ist klischeehaft, das zu sagen, aber es sollte von Anfang bis Ende eine Reise darstellen.

Beat / Deine Partnerin Maya hat eine DIY-Anleitung zum Bau eines Heimstudios veröffentlicht. Hat euch das geholfen, euch in dieser neuen Umgebung einzuleben?

/ Ich würde nicht sagen, dass der Guide etwas damit zu tun hatte, aber es ist das erste Mal, dass ich eine Umgebung gefunden habe, in der ich mir ein Studio in einem Raum

You’re reading a preview, subscribe to read more.

More from Beat German

Beat German6 min read
Test: Cableguys ReverbShaper
Mit der ShaperBox gibt Cableguys bereits seit Jahren nicht nur dem Danceflooristen pfiffige Tools an die Hand, um statische Beats und monotone Bassläufe kräftig aufzupeppen. Seit kurzem ist mit dem rund 40 Euro kostenden ReverbShaper ein zehnter Effe
Beat German1 min read
Kaum Einnahmen, Aber Auch Keine Verluste Beim Verkaufen
Streaming ist nicht nur die Zukunft, sondern schon längst allgegenwärtig. Und die Technik ist toll, denn die meiste neue Musik wird mittlerweile einfach im Internet gefunden. Dabei macht es das Streaming dem Publikum mit seinem Radio-ähnlichen Prinzi
Beat German6 min read
Test: SOMA Pulsar-23
Bei dem modularen Konzept des Drum-Synthesizers wird kein Unterschied zwischen Steuerspannung und Audiosignal gemacht. Du kannst die Bassdrum als LFO nutzen oder andersherum den LFO als klingenden Oszillator auf den Audioausgang routen, oder die Cloc

Related Books & Audiobooks